Curriculum · in sechs Wochen
Sechs Wochen für eine Familienkultur, die ihr bewusst gestaltet.
Jedes Thema läuft durch dieselben vier Schritte: Herkunft, Eigenwirkung, Kindwirkung, Strategie. Strategien stehen in jedem Ratgeber. Die ersten beiden Schritte sind der Grund, warum aus Wissen verändertes Verhalten wird.
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Woche 1 · Erkennen
Dein Drehbuch
Am Ende von Woche 1 hat das Muster, das ihr nicht weitergeben wollt, einen Namen.
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Jeder von euch rekonstruiert die eigene Bindungsbiografie: wie zu Hause mit Nähe, Gefühlen und Grenzen umgegangen wurde. Daraus wird euer Drehbuch sichtbar, das Skript, das unter Druck automatisch die Regie übernimmt. Strategien gibt es in dieser Woche bewusst noch keine: Erkennen kommt vor Handeln, und schon das Erkennen nimmt dem Automatismus im Alltag einen Teil seiner Macht.
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Woche 2 · Erkennen
Der Kopf unter Druck
Ihr merkt die Anspannung im Körper, bevor der alte Reflex losgeht.
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Euer Kopf kennt drei Zustände; unter Stress übernimmt der älteste, und der Teil, der beruhigt, geht offline. Das gilt für euer Kind, dessen beruhigender Bereich körperlich noch gar nicht fertig ist, und genauso für euch. Ihr lernt, den eigenen Zustand zu lesen, am Kiefer, am Atem, an der Stimme, und auszusteigen, bevor es laut wird. Ab Woche 3 lest ihr damit auch das Verhalten eures Kindes.
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Woche 3 · Trainieren
Grenzen ohne Machtkampf
Ihr haltet eine Grenze, ohne zu drohen und ohne Liebesentzug.
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Es geht um die kleinen, ständigen Übergriffe: Schuhe anziehen mitten im Tobsuchtsanfall, vorschreiben, was gegessen und angezogen wird. Die Kindwirkung ist größer, als sie aussieht: Ein Kind lernt daraus, dass sein Körper, sein Tempo und sein Wille nicht zählen. Wessen Nein zu Hause nie gilt, tut sich später schwerer, fremde Übergriffe überhaupt als solche zu erkennen. Ihr lernt Ko-Regulation, echte Wahl im Rahmen, und warum ein Tobsuchtsanfall kein Erziehungsmoment ist, sondern zuerst Sicherheit braucht und erst dann Sprache.
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Woche 4 · Trainieren
Gefühle, die zählen
Euer Kind darf weinen, und die Grenze steht trotzdem.
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Ihr übt, das Gefühl zu benennen, bevor ihr das Problem regelt, auch bei der durchgebrochenen Banane. Der schwierigere Teil ist der andere: Ihr findet heraus, welche Gefühle ihr selbst schlecht aushaltet, und das sind fast immer die, die in eurer eigenen Kindheit keinen Platz hatten. Ein Kind, dessen Gefühl regelmäßig kleingemacht wird, hört auf, es zu zeigen, und irgendwann auch, es zu spüren.
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Woche 5 · Trainieren
Wert ohne Leistung
Euer Kind weiß, dass es geliebt wird, auch wenn der Turm umfällt.
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Ihr entkoppelt Zuwendung von Leistung: weg vom Ergebnis, hin zu dem, was euer Kind tatsächlich getan hat. Die Herkunftsfrage ist hier besonders unbequem, weil viele von uns genau so gelernt haben, dass Liebe verdient werden muss. Ein Kind, dessen Wert am Funktionieren hängt, wird später ein Erwachsener, der sich Ruhe erst erlauben kann, wenn die Liste leer ist.
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Woche 6 · Verankern
Was dich trägt
Ihr sorgt für euch selbst, damit euer Kind es nicht für euch tun muss.
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Ein Kind spürt sofort, wenn es einem Elternteil schlecht geht, und versucht, das auszugleichen: Es wird brav, es tröstet, es macht sich klein, es übernimmt Verantwortung, die ihm nicht gehört. Diese Rollenumkehr ist einer der Wege, auf denen Muster in die nächste Generation wandern. Wer für sich selbst sorgt, nimmt seinem Kind diese Last ab. Deshalb sind eure eigenen Bedürfnisse keine Belohnung am Ende einer guten Woche, sondern die Voraussetzung dafür, dass alles andere hält. Zum Abschluss vergleicht ihr eure Selbsteinschätzung mit der vom Anfang und legt fest, welche Routinen bleiben und wie ihr mit eurem Accountability Buddy in Kontakt bleibt.